Krafttraining ist Männersache: Dicke Arme, breite Schultern und ein Kreuz wie ein Kleiderschrank, so möchte doch nur Mann aussehen? Frauen und Krafttraining: das scheint ein Widerspruch zu sein. Denkt dabei nicht jeder intuitiv an jene muskelbepackten Athletinnen, die eher wie Muskelmänner mit Frauenköpfen anmuten? Das Bild vom Krafttraining hat sich im Zuge der Fitnesswelle in den letzten Jahren jedoch stark gewandelt. Das sanfte Krafttraining ist ein wesentlicher Bestandteil der gesundheitsorientierten Fitness geworden und ist gerade für Frauen ein ausgezeichnetes Medium, um ihren Körper zu formen und ihre Wunschfigur zu erreichen.
Über 80 Prozent aller Frauen geben als Grund für die Mitgliedschaft in einem Fitnessclub eine Verbesserung ihrer Figur an. Sie wollen Gewichtsreduktion und eine Straffung bestimmter Körperpartien. Vor einem Workout an Geräten oder gar mit Hanteln schrecken sie allerdings zurück. Der Grund: Sie möchten keine dicken Muskeln bekommen. Auf dieses Argument trifft man fast ständig, wenn man Frauen vorschlägt, Krafttraining zu betreiben, erklärt Andreas Strack, Krafttrainingsexperte und Pädagogischer Leiter an der BSA-Privaten Berufsakademie (www.private-ba.de). Dabei ist gerade das Krafttraining ein ideales Mittel die gewünschten Trainingsziele zu erreichen. Denn das Dicke-Muskeln-Argument gilt nur für eine bestimmte Form des Krafttrainings: Dem leistungsorientierten Training mit dem Ziel übermäßig Muskeln aufzubauen und bestimmte Höchstleistungen zu erreichen. Es ganz wichtig zu vermitteln, dass beim gesundheitsorientierten Krafttraining nicht der extreme Muskelaufbau im Vordergrund steht, sondern die alltagsorientierte Stärkung der Muskulatur, rät der ehemalige Leistungssportler und langjährige Bundesstützpunkttrainer der Leichtathletik. Keine Frau muss befürchten, sie bekomme einen riesigen Bizeps, wenn sie eine Hantel in die Hand nimmt. Hier hat schon allein die Genetik eine Grenze gesetzt. Die genetische Grenze zieht unter anderem das Testosterone. Dieses Hormon spielt beim Muskelaufbau eine ganz entscheidende Rolle und ist bei Frauen im Gegensatz zu Männern nur in Maßen im Körper vorhanden.