TENNIS-DOPPEL: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile
Seiten:  9  10  11  12 Grad der Interaktion in Abhängigkeit von Wettkampf, Training, eigener Verfassung und Stärke des Gegners
Sämtliche Formen von Interaktion eines Tennis-Doppels sind natürlich nicht in jeder Situation gleich stark ausgeprägt. Wichtig ist, zwischen mehreren Bedingungsfaktoren für unterschiedliche Ausprägungsgrade von Interaktion zu unterscheiden.

Neben den bereits ausführlich beschriebenen Wechselwirkungen und Bedingungsfaktoren auf der Persönlichkeitsebene beider Doppelpartner ist eine weitere Unterscheidung etwa dahin gehend zu treffen, ob es sich bei einem Match um ein Wettkampfmatch oder lediglich ein Trainingsspiel handelt.
Es liegt auch auf der Hand, dass alle Formen von Interaktion (von der internen bis hin zu der ausschließlich auf den Gegner bezogenen) weniger stark ausgeprägt sein werden, wenn vom Ausgang des Spieles nichts weiter, als zum Beispiel ein spezieller Trainingseffekt abhängt. Geht es dagegen in einem Medenspiel beim Gesamtspielstand von 4:4 im entscheidenden, letzten Doppel um den Gesamtsieg oder vielleicht sogar den Auf- bzw. Abstieg, ist der Interaktionsgrad selbstredend um ein Vielfaches höher.


In welcher Verfassung befindet sich der Partner?

Ein zweiter Indikator für den Grad des Interaktionsgeschehens ist die individuelle Verfassung der Partner. Hierunter fallen zum einen bekannte, individuelle Schwachpunkte eines oder beider Spieler sowie ihre aktuelle Form. Ist bekannt, dass zumindest ein Akteur besonders anfällig etwa gegenüber störenden Zuschauereinflüssen von außen, großer Hitze oder regennassem Platzbelag ist oder gegenwärtig eine ausgesprochene Schwachstelle in seinem technisch/taktischen Repertoire aufweist, muss zwischen den Partnern unbedingt erhöhte Kommunikation stattfinden. Gleiches gilt nahe liegender Weise für den Fall, dass zumindest ein Spieler augenblicklich ein unverkennbares Formtief durchläuft.

Auch die gegnerische Stärke spielt eine gravierende Rolle. Ist ein sicherer Sieg gegen die Rivalen auf der anderen Seite des Netzes absehbar, wird der Interaktionsgrad niedriger sein als in einem „engen Match“ oder gar gegen bekannte „Angstgegner“.

Zudem stellt der Interaktionsgrad eine wertvolle Regelgröße dar, wenn auch gegen vermeintlich schwache Kontrahenten einmal unvorhergesehene Probleme auftreten: Mit mehr Kommunikation finden beide Partner wieder leichter ins Match zurück, können sich gegenseitig die Angst vor dem unerwarteten Versagen nehmen und so den Spielverlauf mit ausgeprägterem, gegenseitigen Koordinieren mit hoher Wahrscheinlichkeit um etliches positiver gestalten.

Daran anknüpfend, ist der Ausprägungsgrad von Interaktion nicht zuletzt auch von der Spielsituation bzw. dem Spielstand abhängig. Es liegt auf der Hand, dass in einem Tie-Break intensiver kommuniziert wird als bei 5:0 und Satzball. Auch wenn zumindest einem Teil des Doppels bei bestimmten Spielständen schon häufiger die Nerven flatterten, sollte ihn sein Partner in solchen Situationen mittels gezielter Kommunikation besonders stützen.
     
© Medizinische Medien Informations GmbH | Am Forsthaus Gravenbruch 7 | 63263 Neu-Isenburg | Tel.: 06102 502-0 | info@mmi.de